next up previous
Next: Editoren Up: Kurze Unix-Einführung Version vom Previous: Kurze Unix-Einführung Version vom

Dateiverwaltung

Eine Datei ist die kleinste Einheit in einem Computer, vergleichbar etwa mit einem Kapitel in einem Buch. Jede Datei hat einen eigenen Namen. Beispiel: denzo.log.

Bei Unix wird die Groß- und Kleinschreibung beachtet. Die Datei denzo.log ist also eine andere als Denzo.log.

Es gibt verschiedene Arten von Dateien: normale Dateien, Programme und Verzeichnisse.

In den normalen Dateien wird Information gespeichert: meist Texte oder Bilder.

Die Programme sind Dateien, die den Computer dazu bringen, etwas zu tun. Dazu muß der Name des Programms und die ,,Enter``-Taste eingetippt werden. Um zu zeigen, daß der Computer aufnahmebereit ist und auf eine Eingabe wartet, blendet er einen sogenannten Promt ein. Das ist oft ein $ oder ein %. Manchmal wird auch zusätzliche Information angegeben, so z. B. der Name des jeweiligen Rechners.

Ein Beispiel für ein Programm: Um das aktuelle Datum zu erfahren, kann der Befehl date benutzt werden:

% date (Enter-Taste)
Fri Jun 4 16:17:42 MET DST 1999
%

In den Verzeichnissen sind andere Dateien, so wie in Bücherregalen Bücher stehen und in Büchern Kapitel zu finden sind. Und genau wie in einer Bibliothek die Bücher (und darin die Kapitel) sind in Verzeichnissen die Dateien hierarchisch geordnet. Als Beispiel könnte die Fundstelle eines bestimmten Kapitels so beschrieben werden:

/Ausleihe/Viertes_Regal_links/Erstes_Buch/Zweites_Kapitel

Genauso wird die Fundstelle einer Datei angegeben:

/diska2/xprakt/Lysozym/images/1.img gibt an, wo sich die Bild-Datei namens 1.img befindet. Diese Fundstellenangabe wird ,,der Pfad der Datei`` genannt. Bei Unix wird der normale Schrägstrich (/) verwendet, um die einzelnen Verzeichnisnamen voneinander zu trennen.

So wie die Leser durch eine Biblothek gehen, um sich Bücher zusammen zu suchen, können die User sich durch das Dateisystem (die Gesamtheit aller Pfade) bewegen: Mit cd Verzeichnisname (change directory) können sie in ein Unterverzeichnis gehen, und mit cd .. kommen sie wieder zurück.

Das Verzeichnis, in dem sie gerade arbeiten, wird ihr Arbeitsverzeichnis genannt. Der Pfad des aktuellen Verzeichnisses läßt sich mit pwd (print working directory) anzeigen.

Viele Befehle wirken nur auf Dateien, die in diesem Arbeitsverzeichnis sind. So läßt sich eine Übersicht über alle Dateien und Unterverzeichnisse in dem jeweiligen Arbeitsverzeichnis mit dem Befehl ls (list) erhalten.

Diesem Befehl kann aber noch noch zusätzlich angegeben werden, daß ein anderes Verzeichnis gemeint ist:

% ls /diska2/xprakt/
Diese Zusatzangaben werden Argumente genannt.

Ganz praktisch sind die Abkürzungen für häufig verwendete Pfadnamen: ,,.`` für das Arbeitsverzeichnis, ,,..`` für das übergeordnete Verzeichnis, und ,,/`` für das alleroberste Verzeichnis. Achtung! Deshalb ist die Eingabe ,,diska2/xprakt`` unterschiedlich von ,,/diska2/xprakt``.

Weitere Programme/Befehle, die sehr nützlich sind:

Kopieren einer Datei: cp alte_Datei neue_Datei (copy). Evtl. mit Pfadangaben: cp alte_Datei /Pfad/neue_Datei.

Löschen einer Datei: rm Dateiname (remove) -- Vorsicht: die Datei wird unwiderruflich und meist ohne Nachfrage gelöscht!

Ein Verzeichnis löschen: rmdir Verzeichnisname

Ein neues Verzeichnis wird mit mkdir Verzeichnisname (make directory) erstellt.

Eine Textdatei kann mit more angezeigt werden. more Dateiname. Mit der Leertaste kann weitergeblättert werden und mit q (quit) wird das Programm verlassen. Komfortabler ist jedoch der Einsatz eines Editors (siehe unten).

Eine Datei drucken: Je nach Computer lp Dateiname oder lpr Dateiname Mit dem Zusatz -PDruckername kann ein bestimmter Drucker angegeben werden: lp(r) -PDruckername Dateiname. Solche Zusätze, die mit einem Minuszeichen beginnen, werden übrigens Optionen genannt. Hilfe zu einem Programm: man Programm (manual). Dabei wird die Programmbeschreibung mit more (oder einem sehr ähnlichen Programm) geöffnet.

Es gibt viele Bücher mit einer ausführlichen Einführung in Unix, so z. B. ,,Unix -- ein praktischer Einstieg`` von Grace Todino, John Strang und Jerry Peek, O'Reilly Verlag, Köln, 1. Aufl. 1996.

Sehr empfehlenswert sind auch die http-WWW-Seiten www.uni-koeln.de/RRZK/Systeme/Unix/ und tech.ilp.physik.uni-essen.de/linux/LDP/ (dort besonders: ,,The Linux Users' Guide`` von Larry Greenfield), sowie der ,,Crash-Kurs Linux`` von Winfried Trümper (www.guug.de/~winni/linux/).

Ein Allround-Talent der Dateiverwaltung ist der Midnight Commander. Er wird mit dem Kommando mc gestartet. Für Gelegenheitstäter unbedingt zu empfehlen! Leider ist er auf vielen Unix-Rechnern nicht installiert. Wer das Progamm hat, sollte mc aufrufen und mit der F1-Taste die Hilfe starten.


next up previous
Next: Editoren Up: Kurze Unix-Einführung Version vom Previous: Kurze Unix-Einführung Version vom

1999-06-08